10 Jahre Bonn im Wandel – unbeirrbar positiv

Vor zehn Jahren gründeten sieben Personen die Transition Town Initiative Bonn im Wandel. Seitdem haben wir Bonn mit konkreten Projekten ein Stück grüner, schöner und gemeinschaftlicher  gemacht. Jetzt organisieren wir das bisher größte Beteiligungsverfahren der Stadt: „Bonn4future – Wir fürs Klima“.  Wir sind unbeirrbar positiv – meistens jedenfalls.Die sieben Gründer_innen der Transition Town Initiative Bonn im Wandel auf einem SoFa in BonnAm 20. November 2011 saßen sieben Menschen auf einem Sofa im Studentenwohnheim im Jagdweg und beschlossen: Wir sind “Bonn im Wandel”- die Transition-Town-Initiative von Bonn. Der Wunsch, diese Stadt schöner und nachhaltiger zu machen, hatte uns zusammengebracht. Zehn Jahre später, am 9. September 2021 stehe ich mit meiner Kollegin Lea Carstens auf der  Bühne des Schauspielhauses Bad Godesberg. Wir moderieren das erste von insgesamt vier Bonner Klimaforen. Vor uns  sitzen rund 100 Bonner Bürger:innen, Vertreter:innen aus der Verwaltung, Politik und Wissenschaft.

Gesa Maschkowski und Lea Carstens moderieren das 1. Bonn4Future Klimaforum
Start des 1. Bonn4Future Klimaforums. Foto: Andi Rüther

Wir haben 1,5 Tage Zeit für die Vision unserer Stadt der Zukunft: Wie sieht ein klimaneutrales und lebenswertes Bonn im Jahr 2035 aus? Am Theatereingang wurden die Besucher:innen von Mitgliedern des Bonn im Wandel-Teams begrüßt. Im Hintergrund wird auch Hochtouren organisiert, gefilmt, fotografiert. Es gibt viele tolle Menschen, die einfach so helfen. Zehn Moderator:innen  sorgen für eine gute Zusammenarbeit mit den Kleingruppen Nach 1,5 Tagen sind 27 Zukunftsbilder mit insgesamt 230 Zukunfts-Bausteinen von Bonner Bürger:innen entstanden. Durch sie leuchtet das Bild von einer Stadt, die fair, grün, gemeinschaftlich und menschlich ist. Von einer Stadt und von Unternehmen, die dem Gemeinwohl dienen, dem Wohl aller Bürger:innen. Hier gehts zu den Bonner Zukunftsbildern in 3 Minuten

Zeichnung von einem Reiter mit Text: Bonn Vorreiter Klimaschutz
Grafik Recording: Caro Pochon und Liane Hoder

Das 1. Bonn4Future-Klimaforum ist Teil des bisher größten Mitwirkungsverfahrens in Bonn. Der  Auftakt einer möglicherweise noch viel  größeren Geschichte. Denn Visionen haben Folgen…

Transition – Die Zukunft gestalten mit Kopf, Herz und Hand

Viele Menschen reden von Transformation. Transition-Initiativen tun es einfach. Die Bewegung startete 2008 in Großbritannien. Heute gibt es weltweit über 1000. Sie verbindet drei universelle Werte:

  • Sorge für die Erde,
  • Sorge für die Menschen inklusive uns selbst und
  • gerecht Teilen.

Sie verbindet auch die Überzeugung: Gemeinsam erreichen wir mehr als allein. Der Mitgründer der Transition-Bewegung, Ben Brangwyn, formulierte  es einmal so: „Wenn wir auf die Politik warten, sind wir zu langsam. Wenn wir alleine etwas tun, ist es zu wenig. Aber wenn wir uns zusammen tun, dann könnte es gerade noch rechtzeitig sein“.

Transition in Bonn –  Träume mit Folgen

50 Menschen auf der 1. Bonner Transition VeranstaltungIm Februar 2012 quetschten sich gut 50 Menschen in den Gemeinschaftsraum des Wohnprojektes Amaryllis in Vilich-Müldorf. Daniela Baum und ich moderierten den ersten Transition-Abend von Bonn mit einem Open Space.  Die Menschen, die hier sitzen hatten sich bei dem Film “Voices of Transition” im Woki-Filmpalast in unsere Mailingliste eingetragen. Andere waren durch Mundpropaganda gekommen. Was jetzt passierte war nicht spektakulär aber folgenreich:

  • Wir haben uns Zeit genommen für einen Blick auf unsere schöne Erde: Wie sieht es hier eigentlich aus? Und wie geht es uns damit?
  • Wir haben uns inspirieren lassen von den britischen Transition-Towns Totnes und Lewes: Was machen sie? Was ist möglich?
  • Wir haben uns Zeit genommen, um zu träumen: Was wünschen wir uns für unsere Stadt im Jahr 2030. Ein schlichtes Brainstorming – mehr nicht. Soe enstanden Pinnwände voller Zukunfts-Ideen.
  • Dann haben wir uns beim Mitbringbuffet gestärkt. Denn Wandelmacher.innen müssen immer gut essen.
  • Und schließlich haben wir uns gefragt: Was können wir denn heute schon dafür tun? Wer hat worauf Lust?

Eine kleine Reise durch die Bonner Projekte

Tomatenpflanzen mit Bonn im Wandel Etikett
Foto: Gesa Maschkowski

So entstanden die ersten Keimzellen des Wandels. Nicht alle Keimzellen haben überlebt. Einige sind richtig groß geworden:

  • Die ersten Urban Gardening-Aktivist:innen zogen mit Bollerwagen durch Bonn und verteilten Jungpflanzen an Bürger:innen mit der frohen Botschaft, dass es jetzt Bonn im Wandel gibt.
  • Klaus Lange und Hilke Deinet hatten die folgenreiche Vision, die Nahrungsversorgung in Bonn nachhaltiger zu gestalten. So entstand 2013 die 1. Solidarische Landwirtschaft in Bonn.Hier bezahlen – wider jeder Logik des Geldes – manche Menschen mehr und andere weniger für ihren Ernteanteil. Denn Gerechtigkeit ist, wenn jede:r zahlt was er oder sie kann. Heute ist die SoLaWi ein landwirtschaftlicher Betrieb, der von seinen Mitgliedern getragen wird. Gut sechs Personen arbeiten auf den Feldern und versorgen rund 240 Haushalte mit frischem Bio-Regio-Gemüse.  Hilke gründete mit ihrem Mann den 1. verpackungsfreien Laden von Bonn.
  • Marie Wargenau hatte sich aufgemacht, um eine offene Werkstatt zu gründen. Daraus entstand 2014 dank der Ausdauer von Ulrich Buchholz das Repair Cafe mit offener Werkstatt im Haus Müllestumpe.
  • Auch die Keimzelle für die Bonn im Wandel Website wurde an diesem Abend gelegt. Stefan Haas baute unser Schaufenster zum Internet. Viele ausgefüllte Mailinglisten später wurden der Mitmach-Terminkalender und die Stadtwandelnews waren geboren.

Und so ging es weiter

Velowerft-Lastenrad auf der Straße aus Holz von der Seite mit der Sonne im Hintergrund
Foto: Felix Schelhasse

Aus der SoLaWi entstand die erste Lastenrad-Gruppe mit dem frei verleihbaren Lastenrad-Anhänger “Bolle Bonn”, koordiniert von Raphael Holland und Ulrich Buchholz. Der erste Enkel von Bonn im Wandel gewissermaßen.

  • Daraus wiederum entstand das erste öffentlich geförderte Lastenrad-Projekt, die Bonner Velowerft. Heute fahren acht liebevoll gestaltete Velowerft-Lastenräder durch Bonn, mit regionalem Holz gebaut. Unterm Strich war dieses Projekt unwirtschaftlich – man hätte die Räder billiger kaufen als bauen können. Die Innovation war: Die Räder wurden partizipativ mit Initiativen und Nachbarschaften entwickelt und gebaut. Unterstützt von einem Industriedesigner sowie Fahrrad- und Holzspezialisten. So entsteht soziales Lernen und wahre Fahrradliebe – unbezahlbare menschliche Werte.
  • Aus dem Netzwerk “Essbare Stadt” entstand „Bonn blüht und summt“: die Idee, dass es in Bonn überall schöne Blühstreifen geben könnte. Es wurde unser erstes Kooperationsprojekt mit der Stadt Bonn. Bürger:innen dürfen nun mit einem kleinen Antrag auch auf öffentlichen Flächen Blühwiesen anlegen.
Kooperationspartner*innen von Bonn blüht und summt bei der Preisauszeichnung mit Stadtverwaltung und Prof. Ehrmann vom BfN
Bonn blüht und summt wurde 2019 ausgezeichnet. Foto Lukas Schodnicki
  • Auch in Gremien der Stadt haben wir uns eingebracht. In den Prozess global nachhaltige Kommune. Bonn im Wandel e.V. gehört von der ersten Stunde an zu den aktiven Mitgliedern des Bonner Klimaschutzbeirats. Und wir haben viele weitere Akteur:innen dort hereingeholt.

Was uns Mut macht: Mit vielen Projekten waren wir die ersten. Aber wir sind nicht die einzigen. Es gibt immer mehr Lastenräder, SoLaWis, Repair Cafés, Aquaponik-Anlagen, Gemeinschaftsgärten in Bonn, die Alte VHS entstand und gab vielen Gruppen Heimat, die Schokofahrer.innen transportierten feinste gesegelte Schokolade aus Amsterdam nach Bonn.  Das Ökodorf Bonn wächst jeden Tag.

Segelschokolade auf Fahrrad
Dez 18: Schokolade von der #Schokofahrt2018. Foto: Uli Kindermann

Transition-Ideen brauchen ein lebendiges Zentrum

Stadtplan von Bonn mit über 60 Nachhaltigkeitsinitiativen„Gut wäre ein Kalender für interessante Termine in Bonn“ stand in unserem Gründungsprotokoll. Unser Wunsch: Die Menschen und Aktivitäten, die schon da sind, wertschätzen und sichtbar machen. Und einen Anlaufpunkt für Neue zur Orientierung und zum Andocken bieten. Denn überall dort, wo Wandel passiert, braucht es ein lebendiges Zentrum. So entstanden

  • unsere Website www.bonnimwandel.de mit hunderten von Blogartikeln und Terminen.
  • die Transition-Abende, Trainings, Workshops und auch Großveranstaltungen mit Vordenkern wie Rob Hopkins, Davide Brocchi oder Nico Paech.
    die Stadtwandelnews mit mehreren tausend Abonnent:innen,
  • und in Kürze gibt es die neue Bonner Nachhaltigkeitsplattform mit der Karte aller Nachhaltigkeitsinitiativen, unter Federführung von unserem IT-Verantwortlichen Andi Rüther und Robert Janßen-Morof aus dem Bonn4Future-Team.

Wie man 10 Jahre gut überlebt und wo die Grenzen sind

Transition-Initiativen sind von Natur aus unbeirrbar positiv. Wir kämpfen nicht gegen etwas, wir engagieren uns für eine Welt, die länger hält. Und: Wir tun  das, wofür positive Energie da ist. Nur so kann man zehn Jahre Engagement unbeschadet überstehen. So entstehen Projekte, die getragen sind von positiver Energie.

Personen im Hof bohren Löcher in die zukünftigen Komposteimer
Bokashi, Wurmkompost oder Balkonkompost? Der Workshop der SoLaWistas in Bonn https://bonnimwandel.de/gemeinsam-genuesslich-kompostieren/

Aber auch nicht mehr. Denn diese Wandel-Arbeit, die so dringend notwendig ist und von der alle Welt redet, ist überwiegend nicht finanziert. Sie geschieht in der Freizeit, am Wochenende abends zwischen Acht und Mitternacht. Wir versuchen, am Feierabend ein System zu ändern, das über 150 Jahre mit aller Kraft und viel Geld aufgebaut wurde. Das auf einem Wirtschaftsmodell basiert, das von Wachstum abhängig ist auf einem begrenzten Planeten. Für das heute immer noch die Mehrheit der Menschen bezahlt wird, um in ihrer Arbeitszeit die falschen Weichen zu stellen. Die Folgen können wir uns mit zunehmendem Gruseln jeden Abend in Fernsehdokus ansehen.

Vom Risiko, ein falsches System ein bisschen grüner zu machen

Enkelin und Großvater zeigen Schild "Mein Gesicht für den Hambi"
Zwei von tausenden Menschen 2018 vor dem Hambacher Forst. Foto: Gesa Maschkowski

Selbst die motivierteste Initiative wird es nicht schaffen, eine Stadt zu verändern, in der die Weichen auf Hyperkonsum gestellt sind. So wurde aus dem fröhlichen Bonn im Wandel auch ein Akteur, der Position  bezogen hat zu Entwicklungen, die lebensbedrohlich sind. Es fing an mit einem klaren Nein zu den Rodungen im Hambacher Forst, im Rheinischen Kohlerevier um die Ecke. Dort, wo Kohlebagger Wunden in die Landschaft geschlagen haben im Ausmaß von ganz Paris. Dort, wo die meisten CO2-Emissionen von ganz Europa entstehen. Wo mit Steuergeldern Natur vernichtet wird, um eine Technologie zu fördern, die nach dem heutigen Stand der Wissenschaft mehr Schaden anrichtet als Nutzen. Der Hambi beschäftigte uns viele Jahre. In der Hochphase 2018 starteten wir eine erste bundesweite Kampagne „Mein Gesicht für den Hambi“. Wir haben Menschen eingeladen, sich mit einem Foto solidarisch zu zeigen. Die Fotos wiederum haben wir an Bäumen im Hambi befestigt. Danke an die vielen Menschen, Initiativen und Organisationen, die sich dafür eingesetzt haben, diesen Irrsinn zu beenden – und dies heute noch tun!

Nein zu Konsumtempeln wie Primark und Co

Menschenmenge mit Banner Kein Primark
1. Primark Demo 2016 – Foto: FEMNET

Im Juni 2016  platzte der Mitgründerin von Bonn im Wandel, Daniela Baum, der Kragen, als durchsickerte, dass in der neuen Shopping Mall vor dem Hauptbahnhof – der “Fairtrade Town Bonn” – der Modediscounter Primark seine Tore öffnen wollte. Ihr bissiger Kommentar „Bonns visionslose StadtVerplanung“ wurde über 30.000mal gelesen. Und er war der Auftakt einer Gemeinschaftsaktion „Besser leben ohne Primark und Co“ mit über 20 Unterstützerorganisationen unter Federführung von Bonn im Wandel und Femnet e.V. Denn was hilft es über grünen Konsum zu predigen, was hilft es Repair Cafes oder Nähwerkstätten zu betreiben, wenn die Stadt Protagonisten Tür und Tor öffnet, die eine menschenverachtende und ressourcenintensive Wegwerf-Produktion von Kleidern vorantreiben?

Next Level: Das Gute Miteinander für Alle

Schüler, Mütter und Kinder auf der Bonner Demo Neustart Klima
Klimademo organisiert von Fridays4Future Bonn. Foto: Gesa Maschkowski

2018/19 tauchten neue Akteur:innen auf: In Bonn entstand eine der größten und aktivsten Fridays4Future-Gruppierungen von Deutschland. Und mit ihr die 4Future-Gruppen: die Parents, die Scientists, uvm. Und sie machten unmissverständlich klar: Wir sind zu langsam! Diese Stadt ist zu langsam! An dieser Stelle bekam das behäbige System einen Riss.

Besuchertribüne des Ratsaals in Bonn voll besetzt
Besuchertribüne des Ratssaals bei der Diskussion des Klimanotstandes. Foto: Gesa Maschkowski

Nach vielen Jahren des Zauderns und Diskutierens rauften sich die Bonner Parteien zusammen und fassten richtungsweisende Beschlüsse: Die Klimawache Bonn initiierte den Bürgerantrag zum Klima-Notstand – unterstützt von Fridays- und Parents4Future. Alle Parteien stimmten zu. Die SPD beantragte, dass Bonn bis 2030 klimaneutral werden sollte. Fast der gesamte Stadtrat beschloss daraufhin im November 2019: Bonn wird spätestens 2035 klimaneutral – noch unter der Koalition, CDU, Grün und FDP. Und uns von Bonn im Wandel war klar: Diese Herausforderung kann die Stadt Bonn allein nicht bewältigen. Sie ist sogar verpflichtet die Bürger:innen zu beteiligen. Denn dieser Entschluss trifft alle. Er fordert langfristige hohe Investitionen und wir müssen ihn alle mitgestalten.

Jetzt oder nie: Bonn4Future wir fürs Klima

Grafik Recording mit dem Titel Bonn klimaneutral
Grafik Recording Bonn klimaneutral – Zeichnung Jannes Umlauf und Caroline Pochon

Das  Mitwirkungsverfahren “Bonn4Future – Wir fürs Klima” hat mindestens drei Inspirationsquellen: Veranstaltungen zum Klima-Notstand in Totnes und in Marburg, eine profunde Kenntnis von dem, was in Bonn geht, und die Vision eines guten Miteinanders. Manchmal kommen Menschen dazu, mit denen man nicht gerechnet hat. Zum Beispiel Dr. Eugen Huthmacher mit guten parteipolitischen Kontakten. Ihm ist zu verdanken, dass wir im Vorfeld so viele Gespräche geführt haben. Oder die Bonner Stadtverwaltung, namentlich die Koordinationsstelle Bürgerbeteiligung und die Leitstelle Klimaschutz. Auch hier haben sich Menschen für dieses Verfahren eingesetzt. Sonst gäbe es Bonn4Future nicht. Und schließlich unser eigenes KnowHow.

Fast ein Jahr lang haben wir an dem Mitwirkungskonzept gearbeitet. Expert:innen befragt, Initiativen, Parteien, Mitstreiter:innen gefunden. Die Schlüsselfrage war: Was muss geschehen, damit ein Beteiligungsverfahren zur Klimaneutralität richtig gut wird? Damit alle begeistert mitmachen? Denn Bonn ist kein einfaches Pflaster für Bürgerbeteiligung. Vergangene Verfahren haben viele frustrierte Menschen hinterlassen. Auf allen Seiten.

Der Weg entsteht beim Gehen

Am 2. September 2020 fällte der Stadtrat die außergewöhnliche  Entscheidung, das Beteiligungsverfahren Bonn4Future zu fördern. Bis zu diesem Punkt sind unendlich viele Stunden in dieses Projekt geflossen. Nicht nur von uns, auch von Unterstützer:innen. Wir haben das Konzept entwickelt, den Projektplan, Vertragsverhandlungen geführt, ehrenamtlich Stellenausschreibungen vorgenommen, Bewerbungsgespräche geführt, Menschen gefunden und eingestellt, Organisationsstrukturen aufgebaut. So ist nun rund um Bonn4Future ein Team entstanden.

Sieben einander völlig fremde Menschen haben es geschafft, unter schwierigen Rahmenbedingungen zum Teil  im Lockdown ein Projekt aufzubauen, inspirierende Veranstaltungen zu gestalten, Kommunikationstrainings durchzuführen und im Hintergrund die neue Nachhaltigkeitsplattform aufzubauen . „Das Beteiligungsverfahren hat seine Muss- und Soll-Kriterien im ersten Jahr vollständig erreicht“, so die Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation! Danke!

Ein gutes Miteinander pflanzen

2 Personen im Gespräch in einem Redekreis
1. Bonn4Future KlimaForum – Foto: Andi Rüther

Die Klimakatastrophe überfordert uns alle. Niemand hat Zeit und Kapazitäten dafür, niemand hat einen Plan, niemand koordiniert die Zusammenarbeit der vielen Akteur:innen. Und trotzdem fangen wir an. Für mich ist der Gradmesser für unseren Erfolg das Miteinander: Gelingt es uns dieses Projekt – das eigentlich uns alle überfordert – so zu gestalten, dass es uns gut dabei geht? Können wir diese Haltung und das gute Miteinander auch in unseren Veranstaltungen, Websites, Kommunikationskonzepten lebendig machen? Können wir in unserer Arbeit ein gutes Miteinander pflanzen? Wir werden es brauchen.

Weiße, breite Blüten über das Bild verteilt, von unten sprießend, im Hintergrund der blaue Himmel mit kleiner Wolke

Was wir erleben, macht Mut und Hoffnung.

  • Der Rat der Stadt Bonn hat nicht nur “Bonn4Future – Wir fürs Klima” gefördert.
  • Im September 2021 hat er unter der neuen Koalition beschlossen, dass ein Klimaplan für Bonn erarbeitet wird. Den hätte es ohne uns und andere Bonner Initiativen nicht so schnell und mit dieser Priorität gegeben, haben wir erfahren.

Dieser Klimaplan wird uns die Fakten liefern, die wir brauchen, um mit den Bürger:innen weiter zu denken: Wie können wir das schaffen in Bonn mit der klimaneutralen Mobilität, dem klimaneutralen Wohnen? Welche Unterstützung braucht es dafür? Bis Ende 2022 wollen wir wissen: Wer muss was in Bonn tun, damit diese Stadt klimaneutral und lebenswert wird?

Und wir hoffen, dass es weitergeht. Die Mikro-Organisation Bonn im Wandel hat immer noch Makro-Visionen: Vier Klimaforen machen eine Stadt nicht klimaneutral. Die Umsetzung muss vor Ort in den Quartieren geschehen. Nur dort, wo die Menschen wohnen, leben, lieben und arbeiten lässt sich Veränderung gestalten.

Nun geht’s ums Handeln! Positiv, miteinander – das ist die Chance. Jeden Tag neu.

Bunte Zukunftsbilder für eine klimaneutrale Stadt von Verkehr bis Entschleunigung

 

 

 

Text:  Transition Trainerin Gesa Maschkowski,  Mitgründerin und Vorstandsmitglied von Bonn im Wandel und Erfinderin des Mitwirkungsverfahrensverfahrens Bonn4Future – Wir fürs Klima

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