SoLaWi – Solidarische Landwirtschaft Bonn

SoLaWi Bonn/Rhein-Sieg e.V.

SoLaWi ist, wenn
….man gemeinsam an der Pflege der Erde arbeitet und dabei tolle Leute kennen lernt“ 

SoLaWi Bohnen auf einem Bonner FeldDie SoLaWi Bonn Rhein Sieg entstand 2012 auf einem Visionsevent  von Bonn im Wandel.  „Wir wollen die Ernährungsversorgung in Bonn nachhaltiger gestalten“, mit dieser Idee starteten Hilke Deinet und Klaus Lange  die Initiative.

Heute betreibt der Verein SoLaWi Bonn Rhein/Sieg e V.  einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb und versorgt über 200 Haushalte.  Wir bewirtschaften gut 3 Hektar auf Hof Groote in Alfter. Unsere landwirtschaftlicher Betriebsleiterin ist Dominik Block.  Damit das alles überhaupt möglich wird organisiert der Verein die Mitgliederverwaltung, Kommunikation, Betreuung des Hofteams, Verteilung der Ernte, Veranstaltungen und bei Bedarf auch mal Arbeitseinsätze.  Produziert wird biologisch und nach Bedarf, Gewinne gibt es keine. Wir verstehen uns als Realexperiment auf dem Weg zu einer nachhaltigen und fairen Ernährungs- und Esskultur.

Was gibt es und was ist uns die SoLaWi wert?

Eine Ernte-Einheit enthält regionales Gemüse, Salat, Kartoffeln, Getreide,  und manchmal Brot. Für 2 Personen ist die Menge ein schöne Ergänzung mit regionalen Produkten. Manche Menschen teilen sich auch eine Einheit.

Der monatliche Durchschnittsbeitrag wird in der Beitragsrunde festgestellt.  Im Wirtschaftsjar 2018/19 liegt er bei durchschnittlich 65,00 Euro. Damit finanzieren alle Mitglieder gemeinsam die Betriebskosten für die ökologische Landwirtschaft und die Verteilung auf unsere Depots. Mit diesem Beitrag sorgen wir dafür, dass unsere Mitarbeiter_innen unter fairen und ökologischen Bedingungen wirtschaften können. Wir leben aber auch Solidarität miteinander: Jede/r zahlt bei uns, was er oder sie kann und was es ihm oder ihr wert ist, das kann mehr oder weniger sein als der Durchschnittsbeitrag sein. Solidarische Beitragsrunden sind allerdings nur auf den jährlichen Mitgliederversammlungen möglich.

Unsere Ernteeinheiten werden einmal im Jahr, üblicherweise im Februar vergeben. Ihr könnt euch aber gerne hier in unsre Nachrückerliste eintragen. Dann werdet ihr angeschrieben, falls Plätze frei werden bzw. zur nächsten Beitragsrunde eingeladen.

Wer sich in unsere SoLaWi-Interessentenliste eintragen lassen möchte oder Fragen zur SoLaWi hat, kann sich auch an solawi@bonn-im-wandel.de wenden.

Kartoffelernte-Foto-Gesa
Manchmal gibt es freiwillige Arbeitseinsätze – zum Beispiel bei der Kartoffelernte.

Was ist SoLaWi?

SoLaWi ist eine Wirtschaftsgemeinschaft zwischen Verbraucher_innen und einem (oder mehreren) landwirtschaftlichen Betrieb(en). Sie wollen gemeinsam die Versorgung der Stadt mit lokalen, biologisch erzeugten Lebensmitteln verbessern und den Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen langfristig erhalten. Die Gemeinschaft entwickelt miteinander ein Konzept für die Zusammenarbeit und teilt sich die Kosten, die Ernte und auch das Risiko. Die Verbrauchergemeinschaft verpflichtet sich jeweils für ein Jahr, die Betriebskosten der landwirtschaftlichen Produktion zu tragen. Im Gegenzug erhält sie frische, unverpackte, ökologisch produzierte Lebensmittel aus ihrer Region. Die Betriebe haben ein gesichertes Einkommen und Planungssicherheit und werden daduch unabhängiger von Marktstrukturen und Großhandels-Preisen. Darüber hinaus übernehmen wir  z. B. die Verteilung der Ernte und unterstützen die Betriebe mit gemeinschaftlichen Arbeitseinsätzen. Die Zahl der SoLaWis in Deutschland hat sich im vergangen Jahr verdreifacht. Derzeit gibt es über 150 SoLaWi’s und noch einmal über 100 Initiativen in Gründung (siehe www.solidarische-landwirtschaft.org)

Die Solidarität hat also viele Seiten:

  • Wertschätzung und Solidarität mit Land und Landwirt, dazu gehört die geteilte Verantwortung, faire Löhne und Arbeitsbedingungen, Erhalt der landwirtschaftlichen Flächen und Betriebe sowie der biologischen Vielfalt.
  • Solidarität in der Verbraucher_innengemeinschaft: Der monatliche Beitrag richtet sich nach dem Durchschnittswert und den finanziellen Möglichkeiten der Einzelnen. Jede/r gibt was er kann und was es ihr oder ihm wert ist!
  • Solidarität mit den Ländern des Südens, in dem wir den CO2-Fußabdruck unserer Lebensmittel und den Ressourcenverbrauch bei Erzeugung und Transport verringern.

Noch ungefähr 25 andere gute Gründe für eine SoLaWi findet Ihr in unserem Filmclip vom ersten 1. SoLaWi-Infoabend 2012. Links Hilke Deinet die Mitgründerin, sie hat heute den verpackungsfreien Bio-Regio-Laden Freikost Deinet in Duisdorf.

Hier gibt es einen schönen Filmclip von der Kartoffel und Kürbisernte 2015

Die SoLaWi Bonn/Rhein-Sieg e. V. ist eines der ersten Projekte, das die Transition Initiative Bonn-im-Wandel angeschoben hat. Weitere siehe Rubrik „Gruppen“.

Weitere Projekte für eine fröhliche nachhaltige Ernährungskultur

Die Gruppe für nachhaltige Nahrungsmittel-Versorgung möchte das Angebot und die Strukturen für eine nachhaltige Lebensmittelversorgung in der Bonner Region verbessern. Unter Nachhaltigkeit verstehen wir: Regionalität, Saisonalität, Verpackungen reduzieren und vermeiden,  ökologisch und sozial gerechte Produktion, kurze Transportwege und wenig bis keine Zwischenhändler. Wir möchten Alternativen zu den herkömmlichen Versorgungsstrukturen schaffen, die regionalen Strukturen im Bonner Raum stärken, unseren ökologischen Fußabdruck verringern und das Angebot und Vielfalt an nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln aus dem Bonner Umland verbessern. Dazu veranstalten wir z.B. Filme, beteligen uns an Aktionen oder führen Workshops durch zum Wiedererlernen von alten Fähigkeiten (Bäume schneiden, Einmachen, …). Wir unterstützen und kooperieren mit Hilke und Tim Deinet, die im Mai 2014 den 1. verpackungsfreien Laden von Bonn eröffnet haben.

Freikost Deinet

„Sei selbst die Veränderung, die Du in der Welt sehen willst”
M. Gandhi

Mitmachen!

Interessierte, Visionäre, Optimisten und Mitstreiter sind herzlich willkommen!

solawi@bonn-im-wandel.de

18 Replies to “SoLaWi – Solidarische Landwirtschaft Bonn”

  1. Wir haben eine Kerngruppe gegründet, die gemeinsam mit Martin Baumgart von Gut Ostler die Rahmenbedingungen für eine SoLaWi erarbeitet. Wer Lust und Zeit für eine kontinuierliche und verbindliche Zusammenarbeit hat, ist herzlich willkommen, sich uns anzuschließen. Wir treffen uns die kommenden drei Donnerstage (4., 11. und 18.10.) um jeweils 19:30 auf Gut Ostler.

  2. Sehenswert: Die Milchrebellen – Mut gegen Macht
    http://www1.wdr.de/fernsehen/dokumentation_reportage/mutgegenmacht/sendungen/sbmutgegenmacht106.html

    Die Milch im Supermarkt wird immer billiger. Für die Milchbauern heißt das: wachse oder weiche! Im letzten Jahrzehnt hat ein Drittel der deutschen Milchbauern aufgeben müssen – gleichzeitig hat die Zahl der Megabetriebe zugenommen. In XXL-Ställen stehen Hunderte von Kühen dicht nebeneinander. Damit sie Höchstleistungen erbringen, kommen die Tiere auch im Sommer nicht mehr auf die Weide.
    Doch einige kleine Milchbauern wagen es, sich gegen die Konzentrationswelle auf dem Milchmarkt aufzulehnen: Sie setzen auf direkte Vermarktung zu besseren Preisen. Zum Beispiel ein Bauer aus dem Kreis Höxter, der mit anderen eine Bauernmolkerei gegründet hat, um sich vom Preisdiktat der Giganten zu lösen.

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