Bonn im Wandel-Lastenräder aus der Velowerft auf der Critical Mass

Am 28. September war es soweit. Die ersten drei Bonn im Wandel-Lastenräder aus der Velowerft fuhren bei der monatlichen Critical Mass mit. Die Fahrer und das Begleitteam waren zufrieden. Das Werkzeug von Matthias vom Südstadt-Radladen, der zum Team der Velowerft gehört, kam allerdings auch zum Einsatz: bei einem Rad löste sich die Spurstange aus dem Gelenk. Und kurz danach verfingen sich die wehenden Schnürsenkel in der Kurbel. Verbandszeug wurde zum Glück nicht gebraucht. Das Velowerft-Filmteam fuhr im eigenen Lastenrad mit. Julian steuerte durch die Menge und Felix in der Box vorne dirigierte die Kamera. Die Film-Ausbeute war super und sie hatten viel Spaß.

Noch sind die Räder nicht perfekt, aber sie sind (fast) einsatzbereit. Arbeit gibt es noch mit dem Lenksystem, den Ständern für die 2-Räder, der Elektronik der 3-Räder und den Logos. Im Frügjahr 2019 sollen dann alle acht Bonn im Wandel-Räder aus der Velowerft bei der Critical Mass  mitfahren.

In dem Projekt Bonner Velowerft werden acht Lastenräder gemeinsam entwickelt und gebaut, aus möglichst nachhaltigen Materialien. Bonn im Wandel e.V. hat das Projekt beantragt und ermöglicht. Acht Bonner Nachbarschaften und Initiativen dürfen nun selbst ihre Traumlastenräder bauen, unterstützt von einem Team aus Fachleuten und Organisatoren. Das Projekt wird zwei Jahre lang mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert und endet am 30.9.2019.

In mehreren Workshops haben sich die Gruppen auf fünf zweirädrige und drei dreirädrige Lastenräder geeinigt. Alle Dreiräder sind motorisiert und wurden im wesentlichen aus Robinienholz aus dem Kölner Stadtwald gebaut. Die zweirädrigen haben vorne eine charakteristische Box, die tragendes Teil der ganzen Konstruktion ist. Drei davon fahren motorisiert und zwei nur mit Muskelkraft. Gebaut wurden die Räder an Wochenenden von Ende Juli bis Ende September. Eine ziemlich lange Zeit. Aufregend, aber auch anstrengend, staubig und oft klebrig. Dabei wurde viel gelernt und viel gelacht. Manchmal war der Schlußgedanke aber auch „Jetzt reichts!“ Erfolgreich war das Bauen, weil ein Fachleuteteam im Projekt mitgearbeitet hat. Hier entstanden aus den Wünschen der acht Gruppen die Baupläne und die Planung der Arbeitsschritte. Außerdem zeigte das Team – soweit erforderlich .- den Zusammenbau der Komponenten, den Umgang mit den Werkzeugen, das Einspeichen der Räder und das Schweißen von Metallverbindungen. Jede und jeder konnte das mitmachen, was sie oder er sich zutraute oder lernen wollte.

Wie geht es weiter? Jede der beteiligten Nachbarschaften und Initiativen* hat die Aufgabe, Nachbarn und Mitglieder der Gruppe zu informieren und motivieren, das Rad möglichst oft zu nutzen und dadurch Fahrten mit dem Auto einzusparen. Die Lastenrad-Fahrten und ihre Anlässe sollen dokumentiert und ausgewertet werden. Auch in dieser Phase werden die Nachbarschaften/Initiativen unterstützt, durch Erfahrungsaustausch, Hilfestellungen bei Wartung und Reparaturen sowie bei der Organisation der gemeinsamen Nutzung. Sind die Räder nicht ausgelastet, können sie auch über das Portal von bolle-bonn.de an interessierte Menschen ausgeliehen werden. Für den 18.11.2018 ist der Abschluß-Workshop der Bauphase geplant.

Text: Ulrich Buchholz

Kontakt: velowerft@bonnimwandel.de
* s.a. Bericht der Nachbarschaft Alemannen-/Sachsenweg

 

 

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