Unser Velowerft-Rad heißt Frau Schneider

(Ein Beitrag von der Nachbarschaft Sachsen-/Alemannenweg) Auch wenn das Bonn im Wandel-Lastenrad noch nicht ganz fertig ist, hat es schon die ersten Herzen in der Nachbarschaft erobert: Den Kindern gefällt es ausgezeichnet in der geräumigen und schicken Holzkiste gefahren zu werden. Für kleinere Transportfahrten und die Critical Mass wurde das Rad schon genutzt. Und einen Namen hat es seit ein paar Tagen auch – Frau Schneider! Warum gerade Frau Schneider?

Die Kennerin oder der Kenner weiß natürlich sofort, wie diese Namenswahl zustande kam: Frau Schneider war laut Wikipedia deutschlands erste Radfahrerin. Von 1883 fuhr sie ein Dreirad, eh sie 1908 auf eine modernere zweiräderige Damenmaschine umsattelte. Quelle

3 Kinder mit Fahne werden im Lastenrad gefahrengefahren Maria und Cynthia, beide erst in den letzten Monaten im Sachsenweg eingezogen, sind begeistert von dem gemeinschaftlich genutzten Lastenrad: „Die Nachbarschaft hier ist ohnehin gut. Aber das Velowerftprojekt, bei dem wir gemeinsam ein Lastenrad bauen und betreuen, bringt die Menschen noch viel stärker zusammen.“ Beide wollen in den kommenden Wochen das Projekt voranbringen, indem sie Flyer und Poster entwerfen und das Lastenrad in der Nachbarschaft bekannter machen. Außerdem muss noch ein System entwickelt oder gefunden werden, damit die Nachbarschaft möglichst einfach auf das Lastenrad zugreifen kann und der organisatorische Aufwand nicht zu groß wird.

Die Überzeugung, dass die Veränderung von Lebensgewohnheiten auf der Nachbarschaftsebene beginnt, teilt Raphael Holland, ebenfalls Anwohner im Sachsenweg, aktiv bei Bolle-Bonn und Vorstandsmitglied bei Bonn im Wandel e.V.: „In den letzten Jahren haben wir hier angefangen uns zu vernetzen, Hochbeete zu bauen und die kargen Grünstreifen entlang der Straße zu verschönern. Außerdem sind einige Nachbarn bei der Critical Mass Bonn und im Hambacher Forst aktiv. Dass wir jetzt gemeinsam an unserem Lastenradprojekt arbeiten, ist nochmal eine neue Qualität. Ich hoffe, dass das Rad möglichst dauerhaft im Einsatz ist und von möglichst vielen Menschen im Quartier genutzt wird – als Alternative zum Lastentransport mit dem PKW. Je mehr Auto-km wir hier einsparen desto besser. Und vielleicht schafft ja der ein oder andere sogar sein Auto ganz ab.“

Informationen zum Projekt Bonner_VeloWerft von Bonn im Wandel e.V.

Ab November 2018 werden acht gemeinschaftlich genutzte Lastenräder in Bonn unterwegs sein. Diese werden in dem Projekt „Bonner_VeloWerft“ gemeinsam mit acht Initiativen und Nachbarschaften entwickelt und möglichst aus regionalen Rohstoffen gebaut. Anschließend werden die Initiativen bei der  Nutzung begleitet und unterstützt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesumweltministerium aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI). Das Förderprogramm heißt „Kurze Wege für den Klimaschutz“, bei dem alle Projekte beim Alltagshandeln der Bürgerinnen und Bürger auf Nachbarschaftsebene ansetzen.

Projektlaufzeit ist vom 1.10.2017 bis 30.9.2019. Ulrich Buchholz, Raphael Holland und Akin Akkoyun haben den Antrag entwickelt. Ulrich Buchholz und Paul Kurz haben nun die Projektleitung inne. Bonn im Wandel e.V. ist der Träger des Projektes.

Vier Familien aus mit Kindern und Lastenrad

 

2 Replies to “Unser Velowerft-Rad heißt Frau Schneider”

  1. Lieber Raphael und alle!
    Es war sehr schön heute morgen mit Euch zu frühstücken und eine Freude, Euch, meine netten. neuen Nachbarn kennenzulernen. Da ich schon hier geboren bin (vor 72 Jahren) freut es mich ganz besonders, dass diese beiden Straßen jetzt mit Euch so eine neue Blüte erleben. Leider kann ich mich nicht so engagieren, wie ich das eigentlich sofort spontan tun möchte, da ich 6 Monate im Jahr nicht da bin und wenn ich hier bin, total viel zu tun habe mit fundraising für mein Projekt. Ich werde trotzdem alles, was geschieht, aufmerksam verfolgen per Internet und e-mail und im Herzen hier sein. Ich freue mich sehr, das es Euch alle und Frau Schneider gibt und finde es toll, was Ihr alles auf die Beine gestellt habt. Leider kann ich am 16. auch nicht mitsingen, da so viel zu tun ist vor meiner Abreise am 21.12. nach Indien. Viele liebe Grüße an Dich und alle! In Dankbarkeit Anna Etter, Sachsenweg 13

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