Wo bleibt die Nachhaltigkeit im Viktoriaviertel – eine Stellungnahme

Die Bürgerbeteiligung zum Viktoria-Viertel geht morgen am 31.08. in die zweite Runde. Ab 18:30 werden in St. Remigius strittige Themen diskutiert. Völlig unklar ist aber nach welchen Kriterien die Verantwortlichen am Ende entscheiden. Bisher spielt Nachhaltigkeit in dem Prozess so gut wie keine Rolle. Ein großes Versäumnis für die „Nachhaltigkeitsstadt Bonn“, finden wir. Kommt vorbei und redet mit!  Unser OB ist auch da.

„Viktoria bleibt Viertel“
Statement von Bonn im Wandel zum Beteiligungsverfahren im Viktoriaviertel
 
Bonn im Wandel ist die Transition Initiative von Bonn. Wir engagieren uns mit Kopf, Herz und Hand für eine nachhaltige und faire Lebenskultur in dieser Stadt.  Wir gehen davon aus, dass unser westliches Lebens- und Wirtschaftsmodell die Erde und die Menschen völlig überlastet. Die Symptome dieser Überlastung sind überall sichtbar. Wir sehen es am Sterben der Insekten und der Singvögel , am Mikroplastik im Meer, an der Überdüngung der Meere oder an der Klimakatastrophe. All dies sind Zeichen Erschöpfung durch ein völlig überdrehtes Wirtschaftssystems.
Diese Zeichen sind aber auch gleichzeitig eine Einladung darüber nachzudenken: 
 
  •  Wie können wir besser leben? Was ist uns wirklich wichtig?
  • Und wie können wir unsere Stadt so umgestalten, dass sie ein nachhaltiges und gutes Leben für alle ermöglicht? 
 Die  Frage nach einem guten und nachhaltigen Leben kann nicht von wenigen für alle entschieden werden. Wir möchten daher an dieser Stelle der Stadt Bonn danken, dass sie sich für einen Partizipationsprozess geöffnet hat und diesen gestaltet.
 Wenn wir uns diesen Prozess ansehen dann machen wir uns Sorgen:
  • Wir machen uns Sorgen, dass es ein unverbindliches Wünschdirwas-Konzert wird, bei dem sich am Ende die Lautesten oder Mächtigsten durchsetzen. 
  • Wir machen uns Sorgen, dass nicht deutlich wird, ob dieser Prozess tatsächlich unter dem Zeichen einer nachhaltigen Stadtentwicklung steht. Welche Grundprinzipien leiten die Planungsbüros, was sind am Ende die Entscheidungskriterien der Stadt?
Dem Prozess fehlt bisher ein verbindliches Ziel das allen langfristig dient. Das kann für uns nur die Nachhaltigkeit sein. Nachhaltige Stadtentwicklung  darf keine  Floskel oder ein  Label sein. Ernst gemeinte   Nachhaltigkeit heißt, dass wir  endlich damit anfangen, unser Zusammenleben und unsere Städte so zu organisieren, dass  auch die Menschen im globalen Süden und unsere Enkel eine Chance auf ein gutes  Leben haben.
 Daher möchten wir an diesen Prozess  Fragen stellen, die wir nur gemeinsam beantworten können
  • Was bedeutet Lebensqualität und Nachhaltigkeit für die Menschen, die hier leben und arbeiten? 
  • Wie kann es sein, dass  Menschen,  die hier leben und arbeiten, nicht das letzte Wort haben über das, was hier in den  nächsten 30-50 Jahren lebendig wird?
  • Wie können wir verhindern, dass sich weiter Unternehmen ausbreiten, die auf Kosten von Mensch und Umwelt wirtschaften und die ihre Gewinne in entfernte Konzernzentralen transferieren?
  • Wie können wir Wirtschaftsmodelle fördern, die unsere Umwelt schonen und die das Gemeinwohl  in Bonn stärken?
  • Wie können wir gemeinsam,  von den Bürger_innen bis zu den Stadtverordneten, einen Prozess gestalten, der uns in Richtung Nachhaltigkeit weiterbringt, im Sinne einer ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit?
 Wir gehen davon aus, dass wir zur letzten Generation gehören, die die Weichen in die richtige Richtung stellen kann. Wir gehen aber auch davon aus, dass  dieser Veränderungsprozess ein sehr schöner und befriedigender Prozess sein kann. 
Das beste und sichtbare Beispiel ist das Viktoria Fest.  Hier haben sich viele Menschen mit großer Kreativität und Durchhaltevermögen dafür eingesetzt, den Traum vom anderen und besseren Leben für einen Tag lebendig zu machen. Das zeigt das Potential des Viertels als neuer attraktiver Ort in unserer Stadt.
Alleine können wir Initiativen diesen Veränderungs Prozess nicht gestalten. Dafür braucht es das Know How, die Kreativität und Erfahrung aller Beteiligten. Wir hoffen, dass auch die politischen Akteure der Nachhaltigkeitsstadt Bonn die Zeichen der Zeit und ihre Verantwortung in diesem Prozess erkennen.
Kommt vorbei und redet mit!

 

 

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