UN-Preis für Bonn blüht und summt – Die Laudatio von Prof. Erdmann BfN

Auf dem Frühlingsmarkt durfte das Bonn blüht und summt-Team Gesa Maschkowski und Ursula Katthöfer von Bonn im Wandel e. V.  eine besondere Auszeichnung entgegen nehmen: Den Preis der UN-Dekade für biologische Vielfalt. Prof. Karl-Heinz Erdmann  vom Bundesamt für Naturschutz BfN, überreichte die Urkunde mit einer tollen Laudatio. Der erste Bürgermeister der Bundestadt Bonn, Reinhard Limbach sprach das Grußwort. Über die  Auszeichnung freuten sich auch die Kooperationspartner*innen, Kristian Golla von der Ermekeilinitiative, Sabina Schlinke, Slow Food Bonn,  Monika Hachtel, Biostation Bonn, Dorle Gothe von der Regionalwert AG und Dieter Fuchs, Amt für Stadtgrün, Bonn.  Hier gehts zur Laudatio …

Zur Auszeichnung als Modellprojekt der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ auf dem „Bonner Frühlingsmarkt 2019“ auf dem Münsterplatz am Samstag, 13. April 2019 um 12.00 Uhr

  • Sehr geehrter Bürgermeister Limbach, lieber Reinhard,
  • sehr geehrte Frau Gesa Maschkowski,  sehr geehrte Frau Ursula Katthöfer,
  • sehr geehrte Mitglieder des Trägervereins „Bonn im Wandel“,
  • sehr geehrter Herr Dieter Fuchs, Leiter des Amtes für Stadtgrün,
  • sehr geehrte Frau Sabina Schlinke von Slow Food Bonn,
  • sehr geehrte Frau Dorle Gothe, Vorstand der Regionalwert AG Rheinland
  • sehr geehrte Frau Adina Arth, Jugendbotschafterin der UN-Dekade
  • meine sehr geehrten Damen und Herren,

Für mich ist es eine große Freude, das Projekt „Bonn blüht und summt“ des Vereins „Bonn im Wandel“ auszeichnen zu können. Die Jury der UN-Dekade und auch ich sind der Überzeugung, dass es sich mit Blick auf den Erhalt der biologischen Vielfalt um ein vorbildliches Projekt handelt. Doch was macht nun das Projekt „Bonn blüht und summt“ gerade im Rahmen der UN-Dekade so auszeichnungswürdig?

Zur UN-Dekade Biologische Vielfalt

Lassen Sie mich, bevor ich auf diese Frage näher eingehe, zunächst kurz den Rahmen skizzieren, vor dessen Hintergrund diese Auszeichnung stattfindet. Die Vereinten Nationen haben das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um damit einen Beitrag zu leisten, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Die UN-Dekade knüpft nahtlos an die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro und dem dort ausgehandelten „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ an.

Mit der UN-Dekade wird angestrebt, insbesondere Akteure aus den gesellschaftlichen Bereichen zu gewinnen, die nicht unmittelbar aus den klassischen Arbeitsfeldern des Naturschutzes stammen. Besonders im Rampenlicht steht dabei die öffentlichkeitswirksame Auszeichnung von Modellprojekten. Durch die Auszeichnung vorbildlicher Projekte will die UN-Dekade

  • das öffentliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt weiter steigern sowie
  • die gesellschaftliche Verantwortung für ihren Schutz und die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile fördern.

Ziel ist es, möglichst viele gute Projekte, die zur Sicherung der biologischen Vielfalt beitragen, einer großen Öffentlichkeit bekannt zu machen. Zur Auswahl potenzieller UN-Dekade-Projekte wurde 2011 eine interdisziplinäre Jury eingerichtet, der 13 Personen aus den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen angehören. Bislang wurden von der Jury mehr als 600 Projekte ausgewählt und anschließend ausgezeichnet. Jeden Monat kann die Öffentlichkeit aus den im Vormonat prämierten Projekten in einer Online-Abstimmung ein „Monatsprojekt“ bestimmen.

Werbung für die Dekade-Projekte zahlt sich aus, denn einmal jährlich gewinnt das aus den 12 Monatsprojekten von der Jury gewählte „Jahresprojekt“ auch ein Preisgeld (von 1.000 €). Lassen Sie mich nun auf das heute hier auszuzeichnende Projekt zu sprechen kommen, in dem Wegweisendes sowohl zur Umsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt als auch zur UN-Dekade biologische Vielfalt geleistet wird.

Zum Projekt „Bonn blüht und summt“

Seit 2 Jahren sind Bienen, Wespen, Hummeln, Libellen und Schmetterlinge ein vielbeachtetes politisches Großthema. Wie sich unlängst in Bayern gezeigt hat, können Insekten viele tausende Menschen aufrütteln und auch mobilisieren. Im Jahre 2017 belegte eine langfristig angelegte Studie des „Entomologischen Vereins Krefeld“ sehr eindrücklich den zahlenmäßigen Rückgang der Insekten. Seit fast 2 Jahren wird nun allerorten über Insekten gesprochen: im Deutschen Bundestag und in der Tagesschau genauso wie anlässlich des „Tages der Insekten“ in einem x-beliebigen Naturkundemuseum. Die Insekten sind Teil der großen Politik geworden.

Bislang allerdings folgten lange Zeit praktisch kaum Taten. Projekte, die sich schon länger dem Rückgang von Insekten widmen, gibt es nur wenige. Vielleicht muss man heute eher sagen, gab es nur wenige. Ein Vorhaben, das für das Engagement in einer Kommune wegweisendes geleistet hat, ist das heute hier auszuzeichnende Projekt. Einige Facetten dazu möchte ich an dieser Stelle kurz nennen:

  • Im Rahmen des Projekts wird die biologische Vielfalt im Bonner Stadtgebiet gefördert und sichtbar gemacht.
  • Es wurde ein Netzwerk mit Unterstützer-Organisationen und eine Kooperation mit dem Amt für Stadtgrün der Stadt Bonn gebildet.
  • An Verteil- und Beratungsterminen im Stadtgebiet wurden Bürgerinnen und Bürger beraten und Saatguttüten verteilt, die selber zusammengestellt und gepackt wurden.
  • Auch Kindergärten und Schulen, Klein- und Gemeinschaftsgärten haben inzwischen Blühflächen mit dem Projekt-Saatgut angelegt.
  • Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wurden eine Website und eine interaktive Blühkarte erstellt, auf der Blühflächen eingetragen werden können.
  • Darüber hinaus wurden u. a. Plakate, Postkarten und Blühschilder gestaltet.

Damit komme ich jetzt zur Projektauszeichnung

Für mich ist es eine große Freude und Ehre zugleich, heute das vom Verein „Bonn im Wandel“ getragene Projekt „Bonn blüht und summt“ auszeichnen zu können. In der Begründung der Jury zur Anerkennung des Vorhabens als UN-Dekade-Projekt heißt es:

„Eine Auszeichnung wird empfohlen, da mit dem Projekt das Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedeutung von Blühflächen für die biologische Vielfalt in der Stadt gefördert wird und Anreize zur Anlage neuer Blühflächen gegeben werden.“

Die Freude, dieses Projekt heute hier auszeichnen zu dürfen, ist auch deshalb bei mir so groß, da mir derartige niederschwellige Projekte sehr am Herzen liegen. Ich würde mich freuen, wenn alle Beteiligten auch in Zukunft die erfolgreiche Arbeit fortsetzen könnten – zum Wohle von Mensch und Natur!

Die Jury der UN-Dekade ist der Überzeugung, dass es sich bei dem Vorhaben um ein vorbildliches Projekt handelt. Ich freue mich sehr, die Auszeichnung vornehmen zu können!

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

Prof.  Dr.  Karl-Heinz Erdmann

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