Phönix aus der PET-Flasche – Überall Pflanzen pflanzen!

Schluss mit grauen Betonmauern, öden Balkons oder Hinterhöfen. Ab sofort dürfen Feldsalat, Kräuter, Radischen oder Erdbeeren an der Wand wachsen. Wie das funktioniert erklärt Julian Grinda, Bonn-im-Wandel Gärtner.

Ruft da schon wieder ein kleiner Haufen 1,5 Liter Flaschen in der Küchenecke danach, zum Pfandautomaten gebracht zu werden? Hibbelig wie sie sind, fallen sie die ganze Zeit um. Also um leer zu stehen, taugen sie schon einmal gar nicht. Doch es gibt eine Alternative zum traurigen Ende als Plastikknautschmüll: der vertikale Wandgarten! Erde, Paketkordel und ein stabiles Kantholz vom Sperrmüll sind die wichtigsten Zutaten, um diese Tat zu vollbringen! Wow, die Aussicht als hängende Gärten wiedergeboren zu werden, löst wahre Begeisterungstürme bei den Flaschen aus und sie kullern mir entgegen. Als Wiegengeschenk werden sie auch noch von ihrem Etikett befreit. Das muss gefeiert werden! Außerdem brauche ich noch einen kleinen Bohrer (etwa 2 mm), eine Zange, ein gute Schere, ein kleine Drahtschlaufe und es kann los gehen.

Aufmerksam auf diese Technik zum Gärtnern wurde ich durch das Youtube-Video „Bottle towers on a pallet“, bei dem die übereinander gesteckten PET Flaschen mit Erde befüllt und durch seitlich geschnittene Fenster bepflanzt wurden. Dies hat mich dazu inspiriert, eine hängende Variante solch eines Pflanzsystems zu entwickeln, die auf Paketschur aufbaut. Die Materialkosten und Platzverbrauch sind dadurch sehr gering. Der Phantasie, wo das System aufgehängt wird, sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Sie wird eigentlich nur durch die Stabilität der zur Aufhängung verwendeten Schnüre bzw. Aufhängung limitiert.

Ich habe zwei Varianten gebaut:

Geschlossene Variante: Flaschenverschluss bleibt bei allen Flaschen dran und führt in den nächsten offenen Flaschenboden. Die Pflanzen wachsen aus dem Boden am darüber hängenden Flaschenhals vorbei. Der Vorteil ist, man kann leichter mal eine Flasche aus dem System auswechseln, das macht es sehr robust. Nachteil: Es verdunstet mehr Wasser, jedoch immer noch weniger als bei konventionellen Töpfen.

Offene Variante: Die Flaschen bilden ein durchgehendes „Flaschenrohr“, nur die unterste hat den Hals und Deckel noch. Hier wachsen die Pflanzen aus kleinen Fenstern, die in die Seiten der Flaschen geschnitten werden. Vorteil: Mehr Schutz vor Verdunstung, Nachteil: Durchrutschen der Erde beim Gießen.

Es gibt sicher noch viel zu tüfteln und zu erforschen über diese Art der Bepflanzung oder über nützliche Pflanzgemeinschaften. Zu erforschen wäre vielleicht auch noch, ob und in welchem Maß möglicherweise Stoffe aus den Flaschen an die Erde übergehen. Was sich jedoch als Behälter für Trinkwasser eignet, sollte als Blumentopf allemal ausreichend sein. Das Gute ist: Jeder kann es ausprobieren, es ist nämlich kinderleicht! Überwässern ist praktisch unmöglich, da das Wasser unten problemlos abfließen kann, auf der anderen Seite ist das System auch sehr austrocknungsresistent, sodass es auch mal ein paar Tage ohne Wasser auskommt.

Viel Spaß beim Basteln!

Julian Grinda

Hier gibt es die ausführliche Anleitung zum Download:
Julian-Grinda-Bauanleitung-Hängende-PET-Flaschen-Gärten

 

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