Bonn verkauft sich billig – gemeinsame Pressemeldung von FEMNET und Bonn im Wandel

Nein zur Verramschung der Stadt! Sagen FEMNET und Bonn im Wandel in einer gemeinsamen Pressemeldung. Sie fordern einen Fairness- und Nachhaltigkeitscheck für alle Stadtplanungsprozesse. In Kürze übergeben sie die Unterschriften der Petent*innen, die sich an der Kampagne „Kein Primark am Bonner Hauptbahnhof“ beteiligt haben.

(FEMNET und Bonn-im-Wandel) Am 30. Juni haben die Stadtverordneten entschieden, die bisherigen Pläne zur Bebauung des Bonner Bahnhofvorplatzes zu akzeptieren. Die derzeitige „Südüberbauung“ weicht einem „repräsentativen Bau“ des privaten Investors Ten Brinke, der als Hauptmieter den Textildiscounter Primark ans Eingangstor zur Innenstadt holt. Absurder geht es kaum: Die Fair Trade Town Bonn öffnet Tür und Tor für Ramsch. Dieser Fall ist nur einer der vielen Fehlplanungen der letzten Jahre.

In einem offenen Brief forderten Bonn im Wandel und FEMNET e.V. am 28. Juni den Bonner Stadtrat auf, seine Entscheidung zu überdenken und sich auf eine wirklich zukunftsweisende und faire Stadtplanung zu besinnen. 22 Bonner Organisationen unterstützen den offenen Brief, darunter auch Germanwatch, das Bonner Netzwerk für Entwicklung und der DGB Kreisvorstand Bonn-Rhein/Sieg.

„Wir sind beeindruckt, wie viele Menschen sich in wenigen Tagen gegen die kurzsichtigen Planungen für den Bahnhofsvorplatz ausgesprochen haben“, sagt Kristina Klecko von FEMNET, „und danken den Organisationen, die unseren offenen Brief unterschrieben haben.“ Innerhalb von nur einer Woche unterzeichneten außerdem 4.068 Menschen, 2.729 davon aus Bonn, die erst zwei Tage vor dem Ratsentscheid eingerichtete Onlinepetition „Kein Primark am Hauptbahnhof“.

Den Zuschlag an den Investor Ten Brinke konnten wir mit dem Aktionsbündnis in so kurzer Zeit nicht verhindern. Die Südüberbauung macht nun einer Primark-Filiale Platz, die 2019 bereits eröffnen soll. Wir werden die Entwicklungen kritisch begleiten und die Bonnerinnen und Bonner weiterhin darüber informieren, was „Fast Fashion“ von Primark und anderen Textildiscountern bedeutet. Und wir werden weiter unbequeme Fragen stellen: Fördern globale Konzerne tatsächlich die lokale Wirtschaft? Für wen bauen wir Häuser in unserer Stadt? Und welche Impulse für nachhaltiges Leben wollen wir setzen?

Der Zuspruch zeigt: Den Bonnerinnen und Bonnern ist ihre Stadt nicht egal. Es ist höchste Zeit für eine Stadtplanung, die Begriffe wie Nachhaltigkeit, Fairness, Klimaschutz und Bürgerbeteiligung ernst nimmt und sich daran ausrichtet. Wir fordern einen Fairness- und Nachhaltigkeitscheck für alle Stadtplanungsprozesse! Dazu gehört auch, die schon im März 2014 einstimmig beschlossenen „Leitlinien für Bürgerbeteiligung“ endlich umzusetzen.

„Es kann eigentlich nicht sein, dass wir als Bürgerinnen und Bürger ständig aufpassen müssen, dass die Stadtplanung sich am Gemeinwohl orientiert“, so Daniela Baum von Bonn im Wandel. „Wir möchten uns darauf verlassen können, dass bei der Planung und Umsetzung von Projekten in der und durch die Stadt, Kriterien wie Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit automatisch berücksichtigt werden.“

Offener Brief: http://bonnimwandel.de/wp-content/uploads/2016/06/Offener-Brief-an-Bonner-Stadtverordnete-bzgl.-Bauvorhaben-Bahnhofsvorplatz.pdf

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