Ohne Geld durch die Welt – 10 Jugendliche experimentieren mit Schenkökonomie

Irgendwann im September trudelte eine Mail von Alison Schultz, BUND-Jugend NRW bei uns ein: Sie suchte Arbeits- und Tauschprojekte für 10 Jugendliche, die in Bonn eine Woche ohne Geld leben wollten. So entstand unsere kleine Kooperation: zwei Blogartikel gegen SoLaWi-Mehl, das am Ende ein Pizzaboden wurde… „Ohne Geld durch die Welt – 10 Jugendliche experimentieren mit Schenkökonomie“ weiterlesen

Anders reisen: Urlaub in Andalusien – nachhaltig, aber wie?

Ein kleines Landhaus in der faszinierenden Serranía de Ronda, der Bergkette in Andalusien, die südwestlich bis Gibraltar führt. Acht neugierige Reisende – interessiert am Austausch zu regionalen und ökologischen Alternativen zum konventionellen, Ressourcen verbrauchenden Lebensstil. Zahlreiche interessante nachhaltige Projekte und spannende Gesprächspartner_innen, viel Sonnenschein, Freude am gemeinsamen Kochen und einer entspannten Freizeitgestaltung. Dies waren die Zutaten einer gelungenen Reise in den Süden Spaniens, die wir vom 17. bis 26. Oktober 2014 unternahmen.
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Reihe: Modellprojekte für eine neue Wirtschaft – REconomy

Jay Tompt und Inez Aponte, beide aktive Mitglieder der internationalen Transition Town Bewegung, berichten zum ersten Mal in Deutschland in drei Veranstaltungen über Erfahrungen und Konzepte zur Re-lokalisierung der Wirtschaft. Höhepunkt der Veranstaltungsreihe ist das „Real World Economics“-Training. „Reihe: Modellprojekte für eine neue Wirtschaft – REconomy“ weiterlesen

Niederkassel, Bonn, Lissabon, New York – Wie immer am letzten Freitag und weltweit: RadfahrerInnen starten zur "Critical Mass"

Die Idee ist einfach: Auto stehen lassen, andere Verkehrsmittel benutzen. Um von A nach B zu kommen, gibt es Alternativen zum Auto: Fahrrad fahren zum Beispiel. Hat den Vorteil, ohne Benzin, ohne Emissionen und ohne Lärm anzukommen. Bewegung, frische Luft und Spaß gibt es obendrein.

In Bonn, in Köln und in vielen Städten der Welt finden – meist am letzten Freitag im Monat – gemeinsame Radfahrten statt. Die RadfahrerInnen möchten darauf aufmerksam machen, dass sie ebenso wie motorisierte Fahrzeuge Teil des Straßenverkehrs sind. „Critical Mass“ (Kritische Masse) nennt sich diese Aktion. Sie hat nicht das Ziel, den Straßenverkehr zu blockieren, sie ist selber Teil des Straßenverkehrs. „Niederkassel, Bonn, Lissabon, New York – Wie immer am letzten Freitag und weltweit: RadfahrerInnen starten zur "Critical Mass"“ weiterlesen

Diplomarbeit über Urban Gardening zeigt Perspektiven für ein essbares Bonn

Die Geografin Kathrin Fiergolla hat im Rahmen Ihrer Diplomarbeit viele Akteure befragt: Initiatoren von Gemeinschaftsgärten, Vertreter der Stadt, der SoLaWi oder der Selbsterntegärten „meine Ernte“ .Das „Essbare Bonn“, so ihr Fazit, hat gute Chancen, sofern es diese zu nutzen weiß… „Diplomarbeit über Urban Gardening zeigt Perspektiven für ein essbares Bonn“ weiterlesen

… die nächste Bonner EssBar wird kommen, keine Frage!

(Christina) Die erste Bonner EssBar am 6.7. lockte trotz Ferienbeginn und schwer einschätzbarer Wetterlage ca 40 wandelinteressierte BonnerInnen und Menschen aus dem Umland an das Beueler Rheinufer. Belohnt wurden diese bei weiter anhaltendem Sonnenschein mit einem reichlich ausgestatteten und kulinarisch sehr gelungenen Buffet, interessanten Gesprächen und dem anregenden Treffen alter und neuer Bekannter.

Bestehende Initiativen hatten die Gelegenheit, sich vorzustellen, z.B.

  • Critical Mass: jeden letzten Freitag im Monat Critical-Mass-Fahrraddemo! In Bonn 18 Uhr ab Hofgarten.
  • Mitmachen beim Tauschring Bonn!
  • „Essen an sich ist eine politische Handlung“ – sagt Slow Food Bonn und lädt zum Mitessen und -handeln ein.

und neue Ideen tauchten auf, die auch auf interessierte Ohren stießen, z.B.

  • Gesucht: Wer hat Lust eine Transition & Urban Gardening Filmreihe mit zu organisieren?
  • Thoralf Reeps sucht weiter helfende Hände bei Baumpflanzungen.
  • Ich möchte Tauschringe Bonn und Rhein-Sieg, BGE-Kreis Bonn-Rhein-Sieg und Regiogeld-Interessierte vernetzen.

Erst die anrückende Gewitterfront setzte dem Picknick mit plötzlich einsetzenden Stumböen, Donner und Regenguss ein jähes Ende.
…und bescherte uns zum Abschluss noch einen kostenfreien gruppendynamischen Survival-Kurs 🙂

Doch heute ist nicht alle Tage, die nächste Bonner EssBar wird kommen, keine Frage!

Die Ermekeilkaserne lebt auf

Internationaler Gast besucht den Ermekeilgarten

„Ich wünsche euch viel Erfolg bei der Rückeroberung dieses Raumes!“, schloss Peter Newman seine „guten Nachrichten über Nachhaltigkeit“. Der Professor aus Perth, Australien, weilte für die internationale Konferenz „Resilient Cities“ in Bonn und ließ es sich nicht nehmen, am 31. Mai auf Einladung von Bonn im Wandel und der Ermekeil-Initiative den Gemeinschaftsgarten auf dem Gelände der Ermekeilkaserne mit eigenen Augen anzuschauen. Etwa 25 Zuhörer_innen verfolgten anschließend interessiert die Ausführungen Peter Newmans. Ein schönes Kontrastprogramm zum vorhergehenden 6. Bauworkshop.

Der Nachhaltigkeitsexperte zeigte vor allem gute Beispiele auf. „Wir sollten den Menschen Hoffnung machen und ihnen keine Angst einjagen“, kritisierte er auch ein wenig seine eigene Wissenschaftskaste. Viele glaubten, nur wenn man den Menschen die Folgen des Klimawandels möglichst drastisch darstelle, würden sie die Bedrohung verstehen und handeln. Aber meist ist das Gegenteil der Fall: Die Angst lähmt sie.

Doch auf der ganzen Welt gibt es Menschen und Initiativen, die zeigen, dass sie mit viel Spaß, Kreativität und Lust am Ausprobieren einen anderen Weg einschlagen wollen und können. Und alle Beispiel, die Peter Newman vorstellt, haben im Prinzip alle eines gemeinsam: Es kommt immer auf engagierte Menschen und die Gemeinschaft an. Er berichtet unter anderem vom bürgerschaftlichen Engagement in Christchurch, Neuseeland, das im Februar 2011 durch ein schlimmes Erdbeben stark zerstört wurde. Im Stadtteil Lyttleton, der am schlimmsten betroffen war, konnten innerhalb kürzester Zeit viele Menschen mobilisiert werden, weil es dort eine sogenannte „time bank“ gibt: Eine Art „Zeit- und Talente-Tauschbörse“, über die Menschen ihre Zeit für bestimmte Tätigkeiten anbieten können. Architekturstudent_innen wiederum kamen auf die Idee, die durch die Zerstörung entstandenen Baulücken zu nutzen: Sie füllen sie mit temporären Kunstinstallationen, Konzerten, Gärten oder anderen kreativen Gemeinschaftsprojekten.

Aber es stellt sich auch die Frage: Kommt das, was die vielen Initiativen auf lokaler Ebene machen, auch auf der politischen Ebene an? Ändert sich etwas im globalen Massstab? Auch hier ist Peter Newman optimistisch und stellt fest, dass verschiedene Scheitelpunkte überschritten seien: Die Investitionen in fossile Energien gehen zurück, der Stromverbrauch stagniert, die Nutzung von Autos nimmt ab, unser Wohlstand und der ökologische Fußabdruck entkoppeln sich. Und nicht zuletzt richteten Regierungen ihre Politik zunehmend auf Ressourceneffizienz aus. Alles in allem also ein durchaus hoffnungsfrohes Bild, mit dem der Besuch aus Australien sein Publikum zurück ließ.

Gemeinschaftliches Gärtnern

Eine dieser vielen hoffnungsfrohen Initiativen lässt sich auf auf dem Gelände der Ermekeilkaserne beobachten. Als erste sichtbare Wiederbelebung entsteht dort seit November 2013 ein Gemeinschaftsgarten mit inzwischen über hundert Aktiven Mitgärtner_innen. Es finden regelmäßige „Bauworkshops“ statt, bei denen Pflanzkisten oder auch Gartenmöbel gebaut werden, und der Garten ist an mehreren Tagen in der Woche für die Öffentlichkeit geöffnet.

Auch von staatlicher Seite wird das Interesse an Gemeinschaftsgärten größer. Der Internationaler Tag der Umwelt stand am 5. Juni diesen Jahres unter dem Motto: “Natur ganz nah – gut Leben in der Stadt”. Bundesministerin Hendricks in einer Pressemitteilung vom 4. Juni dazu: „Urbane Gärten verbessern das Stadtklima, sie sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen, tragen zum Erhalt der Biodiversität bei und leisten einen Beitrag zur Grundwasserbildung. Sie sind aber auch Orte der Erholung und der Umweltbildung, sie können den nachbarschaftlichen Zusammenhalt und die Integration sozialer und kultureller Milieus fördern – kurz: das gute Leben in der Stadt.“ Wer möchte der Ministerin da widersprechen!

Die Rückeroberung der Ermekeilkaserne

Nicht nur der Vortrag mit Peter Newman, sondern auch andere Veranstaltungen ließen die Ermekeilkaserne in letzter Zeit aufleben. Unter anderem ein gemeinschaftliches Essen der Arbeitsgruppe „Co-Housing“, die in Zukunft auf dem Gelände gerne ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt verwirklichen würde. Ein absoluter Höhepunkt war aber das Frühlingsfest am 18. Mai, bei dem über den Tag verteilt an die 600 Gäste in den Garten strömten und in entspannter Atmosphäre friedlich und vergnügt feierten. So etwas hatte die Ermekeilkaserne sicher noch nicht erlebt: Lindy Hop tanzende Paare, die wohl erste Yoga-Stunde auf dem Gelände und ein Konzert mit drei lokalen Bands auf der eigens dafür bei einem der Bauworkshops gebauten Bühne. Mitmachen war auch das Motto des Festes, entsprechend konnten sich hungrige Besucher_innen an der Theke der so genannten „Schnibbel-Disko“ selbst Gemüse kleinschnibbeln, nach eigenem Gusto würzen und im Wok anbraten lassen. Wenig Stress für die Organisator_innen – großer Spaß für die mitkochenden Esser_innen.

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Und das ist nur der Anfang. Es gibt noch viele Ideen, die auf ihre Verwirklichung brennen: ein Repair Cafe, Kunstinstallationen, ein „Verleihladen“ oder gar ein temporäres Zentrum für Nichtregierungsorganisationen während internationaler Konferenzen in Bonn. Die Unternehmungslust ist angesichts des freistehenden Raumes schier grenzenlos. So ist eines ganz sicher: In den Dornröschenschlaf wird die Ermekeilkaserne bestimmt nicht mehr fallen.

Wer sich selbst ein Bild von der Rückeroberung des Raumes machen möchte, kann gerne zu den Öffnungszeiten des Ermekeilgartens vorbeischauen. Die Öffnungszeiten im Juni: Di-So, 14-20 Uhr.

Artikel von Daniela Baum


Weitere Infos:

Website der Ermekeil-Initiative

Website der Gartengruppe

Im Bild oben zu sehen: Anna Wissmann und Daniela Baum mit den australischen Besuchern Jan und Peter Newman sowie Peter Devereux.

Dieser Artikel erschien auch im Online-Magazin rhein:raum.

SoLaWi es geht los! – Bist du dabei?

Die ersten Gemüse-Pflanzen sind schon im Boden, die Kartoffeln sprießen und gut hundert Menschen sind am vergangenen Sonntag gekommen um die SoLaWi Bonn+Hennef zu gründen. Ein paar Plätze sind noch frei. Am nächsten Sonntag, den 22.06. gibt es noch einmal die Chance mitzumachen bei der neuen SoLaWi 2014! Bist du dabei? „SoLaWi es geht los! – Bist du dabei?“ weiterlesen

Warum eigentlich SoLaWi? – Ein Interview mit Christiane Grinda, Mitgründerin der SoLaWi Bonn

Im Juni starten wir in Bonn in die 2. SoLaWi-Saison. Eva Klemmer hat Christiane Grinda interviewt, die sich letztes Jahr im Gründungs- und Kernteam engagiert hat und die auch unsere erstes SoLaWi-Lied gedichtet hat. „Wir brauchen einander“, sagt sie und erklärt im Interview warum… „Warum eigentlich SoLaWi? – Ein Interview mit Christiane Grinda, Mitgründerin der SoLaWi Bonn“ weiterlesen