Turbulenzen im Hambacher Forst – Der Wald braucht uns

Foto: Raphael Holland
Foto: Raphael Holland

(Von Raphael Holland) Eigentlich sollte es ein gemütlicher Tag werden. mit einem zapatistischen Kaffee und einer Privatführung durch den besetzten Wald.  Bereits bei der Ankunft der Bonner Delegation im Camp war jedoch eine angespannte Atmosphäre zu spüren. „Turbulenzen im Hambacher Forst – Der Wald braucht uns“ weiterlesen

Ich glaub mein Kompost heizt: Biomeiler Workshop der SoLaWi Bonn

Man kann damit sogar Hotels heizen – und wir bauen einen Prototypen!

Ein Biomeiler ist eine „low tech“ und „low cost“ Wärme- und Humusquelle. Es gibt heute rund 60 Biomeiler in  Deutschland, Österreich, der Schweiz und Dänemark. Sie versorgen landwirtschaftliche Betriebe, Gewächshäuser, Hotels und Wohnhäuser mit kostengünstiger Wärme. „Ich glaub mein Kompost heizt: Biomeiler Workshop der SoLaWi Bonn“ weiterlesen

Macht mit beim Picknick für´s Klima 15.08.2015

Das rheinische Braunkohlerevier steht nicht nur für die größte CO2-Schleuder Europas. Es steht auch für den friedlichen Protest vieler Menschen gegen die Kohle und für ein zukunftsfähiges, menschenfreundliches Energiesystem. Wir laden Euch ein zum Picknick und „Spaziergang“ fürs Klima im Braunkohlerevier… „Macht mit beim Picknick für´s Klima 15.08.2015“ weiterlesen

Vergiftete Atmosphäre – das Drama um die Braunkohle

Kein Land in der Welt fördert mehr Braunkohle als Deutschland. Die Folgen sind katastrophal. Doch bereits erste zaghafte Änderungen stoßen auf heftigen Widerstand. Ein Artikel von Markus Dobstadt aus der Zeitschrift Publik-Forum vom 24.07.2015, den wir aus aktuellem Anlass freundlicherweise veröffentlichen dürfen. „Vergiftete Atmosphäre – das Drama um die Braunkohle“ weiterlesen

10.08. 20:00 Transition Stammtisch – Thema Braunkohle vor unserer Haustür

Kein Land holt mehr Braunkohle aus dem Boden als Deutschland, und keines verfeuert mehr davon. Die größte CO2-Schleuder von Europa liegt vor unserer Haustür: Das rheinische Braunkohlerevier. Menschen aus ganz Europa führen dort vom 7.-17. August das Climacamp und die Degrowth Sommerschule durch – und was tun wir in Bonn? Kommt vorbei, informiert Euch, macht mit….

Wir treffen uns am 10. August um 20:00 Uhr im Rudolf-Steiner-Haus in der Thomas-Mann-Straße 36….

Vom Wochenende vom 14. bis 16. August 2015 werden viele Menschen mit Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen den größten CO2 -Verursacher Europas – die Tagebaue im rheinischen Braunkohlerevier – protestieren. Am Freitag wird die Anfahrt mit Privatautos ab 15:00 Bonn Busbahnhof von Anti-Atom Bonn organisiert. Zur angemeldetetn Demonstration am Samstag haben wir von  von Bonn im Wandel einen Reisebus organisiert ab 11:30 Quantiusstraße, genauere Informationen und Anmeldung hier

Mehr zu Demonstration:

Weitere Infos:

  • Website des Klimacamp Rheinland: Hier läuft parallel zur Sommerschule ein interessantes Programm mit Vorträgen und Workshops, beispielsweise am 13.08 mit dem renommierten Experten für Klimawandelkommunikation George Marshall. Tagesgäste auf Spendenbasis willkommen.  http://www.klimacamp-im-rheinland.de/
  • Website der Degrowth Sommerschule für Klimagerechtigkeit. Über 450 Menschen aus ganz Deutschland arbeiten in Workshops, Vorträgen und Aktionen zur Zukunft und Wegen hin zu einer Postwachstums-Gesellschaft. Hier findet unter anderem das Transition Theater statt. Auch hier: Tagesgäste auf Spendenbasis willkommen http://www.degrowth.de/de/sommerschule-2015/:
  • http://www.ausgeco2hlt.de/

 

28.10. Infoabend Transition Streets – Energiewende-Nachbarschaften

Wie kann man lästige Konsumlaster loswerden, etwas Gutes für unseren Planeten tun und gleichzeitig mit Nachbarn noch eine schöne Zeit verbringen? Ganz einfach, man startet eine Energiewende Nachbarschaft oder „Transition Street“, wie das Projekt in Großbritannien heißt.

Die Energiewendenachbarschaften wurden vom britischen Transition Netzwerk entwickelt. Das Prinzip ist einfach, man redet nicht mehr herum, man fängt mit der Transition zu Hause an: Eine Gruppe Nachbarn oder Freunde trifft sich 6-7 mal und arbeitet gemeinsam ein Handbuch durch, in dem verschiedene Optionen vorgestellt und nach Einsparungspotential bewertet werden. Jede Woche ein anderes Thema: Energie, Ernährung, Mobilität, … Bei der Umsetzung kann man sich gegenseitig unterstützen, miteinander und voneinander lernen und einfach Spaß haben. Die beteiligten Haushalte sparten über 600 Euro ein und 1,2 Tonnen CO2 im Jahr.

Die Unterlagen gibt bisher nur auf Englisch. Wir sehen uns am Montag das Konzept Transition Streets an und überlegen, ob und was wir in Bonn dafür tun wollen, damit  dieses Projekt auch in Deutschland anläuft.

Wir treffen uns am 28.10.2013 um 19:30 in der Stiftung Mitarbeit, Ellerstraße 67
Bitte meldet Euch an, damit wir ein bisschen planen können!
Wir freuen uns auf Euch!

http://www.doodle.com/rm2atn3rcsgurgbw

Wegbeschreibung zur Stiftung Mitarbeit
http://www.mitarbeit.de/wegbeschreibung.html

Einführungskapitel auf Englisch: Transition Streets 1.+Transition Streets-GETTING+STARTED

Lass das Öl im Boden und die Kohle in der Grube

Das, was heute am dringensten gebraucht wird, ist eine Bürgerbewegung die sich dafür einsetzt, dass wir die fossilen Energiequellen im Boden lassen, sagte Nnimmo Bassey auf der Youth Future Konferenz in Bonn. Der Nigerianer ist Träger des alternativen Nobelpreises und stellte sich den Fragen junger Umweltaktivisten. „Lass das Öl im Boden und die Kohle in der Grube“ weiterlesen

Wie lebt´s sich mit weniger Öl? – Erster Peak Oil-Bericht für eine deutsche Stadt

In Münster wurde der erste Peak Oil Bericht für eine deutsche Stadt vorgestellt. Er ist Ergebnis eines interdisziplinären Seminars an der Uni Münster. Matthias Wanner, Transition Münster und Initiator des Seminars spricht im Interview über den Bericht, das Seminar und eine sehr erfolgreiche Veranstaltung

Matthias, ihr habt an der Uni Münster nicht nur das erste interdisziplinäre, studentisch organisierte Seminar über Peak Oil veranstaltet, ihr habt auch noch einen Bericht darüber geschrieben und das Ganze dann am 04.07 der Öffentlichkeit vorgestellt, darf man gratulieren?

Oh ja, es war fantastisch! Die Zusammenarbeit im Projekt hat großartig geklappt und auch die Abschlussveranstaltung war ein großer Erfolg! 80 Personen waren angemeldet, und über 150 sind gekommen! Irgendwann habe ich aus dem Fenster geguckt und gesehen, dass die Leute bis auf die Straße Schlange stehen, um reinzukommen. Schlange stehen für Infos über Peak Oil! Das war ein toller Moment und die ganze Veranstaltung hat die gute Stimmung, mit der wir das Projekt aufgebaut haben, weiter in die Stadt getragen..

 Was hat denn so viel Spaß gemacht?

Es hat sehr viel Freude gemacht zu zeigen, dass man so einen Bericht partizipativ schreiben kann, dass man auf studentischer Ebene interdisziplinär zusammenarbeiten kann und es war schön, das Projekt nach dem Bericht auch öffentlich abzurunden. Auch die Anerkennung, die wir für das Projekt bekommen ist toll. Wir haben Rückmeldungen bekommenen, dass unser Bericht eine Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaf geschaffen hat. Und das Publikum auf der Abschlussveranstaltung war sehr durchmischt, Jung und Alt, Studierende aus unterschiedlichen Fachrichtungen, Vertreter_innen von Parteien, der Stadt, der Uni, Organisationen und aus zahlreiche gesellschaftliche Gruppen.

Was ist eigentlich ein Peak-Oil-Bericht?

Gute Frage! Es gibt sehr unterschiedliche Peak-Oil Berichte. Grundsätzlich ist das eine strukturierte Arbeit über das komplizierte Thema Peak Oil, eben das Erdölfördermaximum, die Auswirkungen davon auf unsere Gesellschaft und mögliche Umgangsweisen damit. Wir haben zu Beginn unserer Arbeit mehrere Berichte systematisiert u. a. nach ihrer Analyseebene – also wird das Problem auf globaler, nationaler, Landes- oder Städteebene untersucht – sowie der Frage ob konkrete Handlungsempfehlungen erstellt oder spezifische Preisszenarien verwendet werden. Allen gemeinsam ist das Thema der schwindenden Ressource Erdöl, und dass sie fragen, wie stark unsere Gesellschaft davon abängig ist.

Was erwartet einen, wenn man das Büchlein liest?

Es ist ein 1Peak Oil Bericht10 Seiten langer Bericht, der einerseits wissenschaftliche Kriterien genügt und gleichzeitig allgemeinverständlich sein möchte. Wir haben zwei inhaltliche Schwerpunkte, einmal zur Frage “Was ist Peak Oil überhaupt?” und dann die kleinen Untersuchungen aus dem Projektseminar der Stadt Münster in den Sektoren Energie, Transport/Mobilität, Wirtschaft, Ernährung/Landwirtschaft, Gesundheit und private Haushalte/soziale Kohäsion. Im methodischen Teil berichten wir über die Durchführung des Projektes und plädieren für mehr transdisziplinäre Transformationsforschung. Wir müssen mit unserem Wissen aus der Uni raus in die Gesellschaft und gemeinsam überlegen, wie wir denn an dem Thema weiterforschen und Strukturen verändern können. Deshalb war uns auch das Knüpfen zahlreicher Kontakte in die Stadtgesellschaft ein großes Anliegen.

Wie kamt Ihr auf die Idee ein Peak Oil-Seminar zu veranstalten?

Das Projekt ist entstanden aus den Fragen: “Wie bekomme ich verschiedene Welten zusammen? Wie können wir Studierenden ermöglichen, sich mit transformativen Themen zu beschäftigen? Wie kann man die Stadt mit einbeziehen, das Thema Peak Oil stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken und wie können wir als Veranstaltende noch etwas dabei lernen?” So entstand dann die Idee für eine freie, partizipative Seminarveranstaltung, die das Thema Peak Oil aufgreift und dafür sorgt, dass das Ganze öffentlichkeitswirksam aufbereitet wird und Menschen den Impuls aufnehmen können.

 Wie viele Leute haben an dem Projekt mitgearbeitet?

Das Seminar haben wir zu fünft organisiert mit teilweise wechselnden Mitgliedern und gemeinsam mit Prof. Tillman Buttschardt. Den Bericht haben wir zu neunt geschrieben. Zu Beginn gab es vier öffentliche Vorlesungen mit etwa 100 Teilnehmenden, im Seminar sind wir dann mit 46 Studierenden gestartet von den 35 übrig geblieben, die in 16 Kleingruppen gearbeitet haben.

Welche Erfahrungen habt ihr mit diesem Lehrformat gemacht?

Es war interessant zu sehen, wie schwer sich das universitäre System mit einer offenen Veranstaltung tut, wie wenig Raum und Zeit die Studierenden haben, um sich so einem Projekt zu widmen und wie lange sie brauchen, um zu verstehen, “Hej, das hier ist eine Möglichkeit für mehr selbstbestimmtes Lernen und Forschen!”. Die Hälfte der Teilnehmenden fand das super und die andere Hälfte hat sehr klar zurückgemeldet, dass sie zu sehr auf der Meta-Ebene eingebunden wurde. Da wird sehr schnell klar, interdiszipliniäre Forschung braucht eine andere Rahmung und Förderung.

 Wie habt die Präsentationsveranstaltung gestaltet?

Wir haben ein klassisches Veranstaltungsformat mit Bürger_innenbeteiligung gestaltet. Das umfasste Informationen, einen stilvollen Rahmen, kleine Häppchen aus der solidarischen Landwirtschaft, Zeit zum Austausch und Vernetzen. Begonnen haben wir mit dem Info-Teil zu Peak Oil allgemein und unserem Bericht. Danach haben wir an neun verschiedenen Thementischen zur Vernetzung und zum Austausch eingeladen. Zu jedem der o.g. Sektoren gab es einen Tisch und dann noch Tische zu Transformationsforschung, zur Transition-Initiative Münster und einen Tisch zur Kampagne Divestment, bei der es um finanziellen Rückzug öffentlicher Gelder aus fossilen Unternehmungen geht. Zum Abschluss gab es dann noch ein Plenum mit Kurzpräsentation der Ergebnisse und der weiteren Vernetzungsmöglichkeiten.

Wie geht es jetzt weiter?

Ich habe das Gefühl, dass das bei einigen Stellen in der Politik das Interesse gewachsen ist. Unsere 60 Berichte sind alle weg, die wurden uns förmlich aus den Händen gerissen. Ich denke wir haben in der Stadt auch ein Stück Agendasetting betrieben. Was auf jeden Fall weitergeht ist, dass wir das Projekt auf verschiedenen Veranstaltungen präsentieren, beispielsweise auf der Tagung Zukunftsfähiges Münster und einem Bürger_innenforum im November. An dem Abend selbst wurde ein kleines Projekt gegründet zur Untersuchung von einem 100%-regional ernährten Münster. Und ich denke, uns ist ein guter Schulterschluss gelungen zwischen dem lokalen Thema Peak Oil und der internationalen Kampagne Divestment.

Ansonsten ist das Ganze ein langsamer vorsichtiger Prozess, Wenn die SPD jetzt Anträge für urbanes Gärtnern in den Stadtrat einbringen möchte, dann ist das schon toll oder wenn sich die Linke mehrere Stunden mit uns zusammensetzen möchte und diskutieren wie man das weiterbringen kann. Auch überregional gibt es ein großes Interesse, beispielsweise aus Oldenburg, Baden Württemberg, von der LAG NRW usw.. Es gibt an unserer Uni leider gerade kein Anschlussprojekt, aber wir haben von verschiedenen Unis die Rückmeldung bekommen “Cool so etwas machen wir auch”, z. B. Potsdam, Erlangen oder Kiel. Und man weiß ja auch nicht was der Bericht ansonsten noch los tritt. Häufig werden Einzelimpulse ja erst einmal auf unterschiedlichen Ebenen verarbeitet und dann später aufgegriffen und weiterentwickelt.

 Vielen Dank Dir und noch viel Erfolg in Münster!!

 Interview. Gesa Maschkowski