So 12.06 17:00 Uhr Infoveranstaltung Ernährungsrat mit Valentin Thurn

Für seinen Film „10 Milliarden – wie werden wir alle satt?“ ist der Dokumentarfilmer Valentin Thurn um die ganze Welt gereist. Ein Konzept hat ihn wirklich überzeugt: Ernährungsräte, die dafür sorgen dass es in Städten wieder mehr lokale und nachhaltige Lebensmittel gibt. Er gehört zu den Gründer*innen des 1. deutschen Ernährungsrates in Köln und berichtet am Sonntag um 17:00 Uhr im Rudolf-Steiner-Haus über seine Erfahrungen.

„Über unser Essen wird in Konzern-Zentralen und europäischen Behörden entschieden, immer weiter weg von uns. Wir wollen das wieder in unsere Hände nehmen und auf lokaler Ebene nachhaltige Strukturen in der Landwirtschaft unterstützen, “ sagt Valentin Thurn.  Denn nur ein Bruchteil unserer Lebensmittel kommt aus der Region. Das, was auf unserem Tischen landet ist meist hoch verarbeitet, weit gereist und teuer verpackt. Doch es geht auch anders: Das zeigen Beispiele aus der ganzen Welt: Der Ernährungsrat in London hat sich zum Ziel gesetzt, dass urbane Gärten jeden Tag 1 Millionen Mahlzeiten erzeugen. In Toronto, Kanada wurde ein Grüngürtel mit Ackerland geschaffen für die lokale Lebensmittelproduktion. Auf über 700.000 Hektar Land konnten 5500 landwirtschaftliche Betriebe erhalten oder neu angesiedelt werden, meist Familienbetriebe.

Nach einem Jahr Vorlaufzeit wurde nun der 1. deutsche Ernährungsrat in Köln gegründet, gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker und NRW Umweltminister Johannes Remmel. Nun arbeiten gut 30 Experten und engagierte Bürger arbeiten  gemeinsam mit der Stadtverwaltung daran, dass die Kölner künftig regional und nachhaltig essen können.

Die Veranstaltung ist auch eine gute Gelegenheit den 1. Geburtstag, des jungen Bonner Netzwerk Essbare Stadt&Urbanes Gärtnern zu feiern. Die Moderation des Abends übernimmt Gesa Maschkowski, Bonn im Wandel. Der Abend klingt aus mit einem  gemütlichen Mitbringbuffet. Wir freuen uns über Diskussions- und Essbeiträge und bitten um um Anmeldung unter http://doodle.com/poll/pzvnegfyvakv676u

Mehr über den Kölner Ernährungrat: http://ernährungsrat-köln.de/die-arbeit-des-ernaehrungsrats/

Über das Netzwerk Essbare Stadt&Urbanes Gärtnern:  Das Netzwerk Essbare wurde vor einem Jahr von Bonn-im-Wandel in der Ermeikelkaserne gegründet. Es gibt monatliche Treffen für alle Menschen, die sich für lokale Nahrungserzeugung interessieren und engagieren. Im vergangen Jahr haben wir neben den Vernetzungstreffen auch erste Aktionen gestartet, zum Beispiel die Bonner Esspedition oder den Gemeinschaftsgarten auf dem Stadthausplateau. Mehr zum Netzwerk und den Bonner Gemeinschaftsgärten hier. http://bonnimwandel.de/gartnern-in-bonn/

Fakten zur Essbaren Stadt:

  • Die Essbare Stadt ist klimafreundlich: Essbare Städte sind nicht nur attraktiv, gesund und lecker sondern auch sinnvoll. Nach einer Studie des niederländischen RUAF-Instituts kann man pro Jahr 16 Millionen Transportkilometer sparen wenn man für eine Stadt von ca. 350.000 Einwohner rund 20 % der Lebensmittel lokal erzeugt, das entspricht dem Energieverbrauch von 11.000 Haushalten im Jahr.
  • Essbare Beete müssen nicht teurer sein:  Die Anpflanzung von “Wechselflor” also Blumen die mehrmals jährlich ausgetauscht werden nach dem Motto: “Erst Stiefmütterchen, dann fleißige Lieschen” kostet 58 Euro pro m2, Gemüsepflanzen hingegen 15 Euro pro m2. Nur Rasen ist günstiger.
  • Öffentliche Kantinen als Vorbilder: Die Stadt Kopenhagen hatte im Jahr 2007 beschlossen eine fröhliche gesunde und nachhaltige Ernährungskultur zu schaffen. In den 900 öffentlichen Kantinen, der Stadt, die jeden Tag insgesamt 60.000 Mahlzeiten servieren, sind mittlerweilerweile 75 % der Lebensmittel aus ökologischem Anbau.
  • In Brasilien wiederum gibt es ein Gesetz, das jedem Kind das Recht auf ein Schulessen zuspricht. Dieses Essen muss zu 70 % aus frischen Lebensmitteln zubereitet werden und zu 30 % aus der regionalen Produkten.
  • Gute Argumente kommen auch vom ehemaligen Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch. Er hat 2013 die Bonn Declarations of Mayors, des Weltbürgermeisterrates zum Klimwandels unterzeichnet, darin heißt es: 

Wir fordern Stadt- und Kommunalverwaltungen auf, stadtweite, ganzheitliche und ökosystembasierte Systeme zur Lebensmittelerzeugung zu entwickeln und einzurichten, die eine Lebensmittelversorgung sichern, dazu beizutragen die Armut in den Städten zu beseitigen, die Biodiversität in Städten zu schützen und zu verbessern und die integriert sind in Entwicklungskonzepte zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) und Anpassungsfähigkeit vor Ort“

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