Eine zauberhafte Repair-Café Eröffnung – die Dinge und das Leben wertschätzen

Die spannenden Fragen für Organisatoren von Repair-Cafés sind: „Klappt das denn?“, und:  „Sind genug Bastler da?“, und: „Was für Menschen kommen und welche Dinge werden gebracht?“ Die beruhigende Antwort ist: Ja, es klappt, und mehr als das! Ein Repair-Café ist eine wundervolle Art  Menschen zu treffen, Dinge wieder In Stand zu setzen und dabei gemeinsam eine schöne Zeit zu haben. Am 29.03. war es endlich so weit: Unser Repair-Cafe, das Gemeinschaftsprojekt von „Bonn im Wandel“ und Haus Müllestumpe wurde eröffnet. Hier die ersten Impressionen….

Repair-Café ist, „… wenn man kommt und da ist vielleicht jemand der Ahnung hat„, stand auf der großen Willkommens-Pinwand mit den Besucherkommentaren. Oder: „Einfach schön und gesellig„. Und so war es auch. Die erste Besucherin brachte eine defekte Kaffeemaschine, der zweite eine Videokamera, Stehlampen wurden herbeigeschleppt, ein kaputter Stuhl, ein sicher 50 Jahre alter Rasierapparat, ein mindestens genauso alter Ventilator, Mountainbikes mit defekter Schaltung, eine Musik-Kompaktanlage, die den Geist aufgegeben hatte, ein Staubsauger, ein Laptop, der nicht mehr starten wollte. Alles Dinge, die zu schade zum Wegwerfen und für herkömmliche Repaturarbeiten zu aufwändig sind. Gut 50-60 Besucherinnen und Besucher kamen und auf wunderbare Weise gab es immer Bastler, die ihr Bestes versuchten und erstaunlich Vieles in Stand setzen konnten. Eine Garantie gibt es natürlich nicht.

Ein bisschen die Gesellschaft reparieren

„Mein Dank gilt den Menschen hier“, sagte Peter Kurenbach, künstlerischer Leiter der Werkstätten im Haus Müllestumpe zur Eröffnung. Dass das Repair Cafe überhaupt existiert, meinte er, liegt an den vielen engagierten Helfern, die Werkzeuge gespendet, die Werkstatt eingerichtet, Tische geschleppt, vorbereitet, Werbung gemacht haben, und nun einfach kommen und ihr Know-how zur Verfügung stellen. Im Vorfeld hatten schon über 100 Menschen angerufen, es gab zahllose Unterstützungsangebote und Werkzeugspenden. Auf einem Vorbereitungstreffen stand plötzlich auch ein Vertreter der Sparkasse KölnBonn mit einem 2000 Euro-Scheck in der Tür und zahlreiche Pressevertreter schauten vorbei.

Kurenbach ist es wichtig, dass mehr Menschen in Kontakt kommen mit dem schönen Ort, an dem das integrative Wohn- und Lebensprojekt Haus Müllestumpe existiert. Das Repair-Café ist aber auch ein Angebot für die Menschen im Stadtteil. „Repair-Café hat auch mit Glück zu tun“, sagte Ulrich Buchholz von der Transition Initiative „Bonn im Wandel“. Er hat die Initiative für dieses Projekt ergriffen und in Peter Kurenbach einen verlässlichen und professionellen Mitstreiter gefunden. „Wenn man Dinge reparieren kann und sie funktionieren wieder, dann ist man schon ganz nah am glücklich sein. Und ein bisschen reparieren wir damit auch die Gesellschaft“, meinte er. Und so gab es im Laufe des Nachmittags doch zahlreiche Glücksmomente, aber auch einige Dinge, die nicht mehr heil wurden. Es gilt das Prinzip Selbst ist die Frau oder der Mann. Repariert und geguckt wird gemeinsam.

In Planung: Offene Bürgerwerkstatt

Das Repair-Cafe wird es jetzt jeden 4. Samstag geben. Geplant ist aber auch, die anderen Werkstätten für die Bürgerinnen und Bürger zu öffnen, sobald sich Menschen finden, die die Verantwortung für Werkzeuge und Räume übernehmen – eine offene Bürgerwerkstatt also. In Haus Müllestumpe gibt neben der Fahrradwerkstatt und dem Repair-Café unter anderem auch noch eine Holzwerkstatt, eine Schneiderwerkstatt und eine Schmiede. Es ist auch nicht das einzige Repair-Café in Bonn. In Limperich, Dransdorf und Siegburg gibt es eines und in Godesberg und der Altstadt starten die Vorbereitungen.

Informationen und Veranstaltungshinweise finden Sie hier auf der Website und in der Gruppe Offene Werkstatt/Repair-Café.

Fahrrad

 

 

 

 

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